Ackerfutter
In den Anfangsjahren hatte ich die Ackerfuttermischung im Frühjahr als Blanksaat ausgesät. Da habe ich aber die Erfahrung gemacht, dass es viel zu lange dauert, bis ein brauchbarer Bestand herangewachsen ist. Der erste Schnitt musste meistens gemulcht werden und es dauerte bis ins nächste Jahr, bis sich ein etablierter Bestand entwickelt hatte. Vor allem in einem trockenem Frühjahr sah der Bestand schlimm aus.
Mittlerweile säe ich diese Ackerfuttermischung nur noch ins Wintergetreide als Untersaat mit ein, meistens ist das Weizen, Triticale oder Roggen. Ein häufig genanntes Gegenargument ist, dass die Untersaaten dem Getreide zuviel Nährstoffe, Wasser und Standraum entziehen und dadurch der Ertrag leidet.
Einen Ackfutterbestand lasse ich in der Regel 2 bis 3 volle Nutzungsjahre stehen. Das heisst, im Herbst (nach Sommergetreide) des ersten Jahrs wird das Getreide mit der Ackerfuttermischung gesät, im zweiten Jahr wächst das Getreide, wird geerntet und das Ackerfutter kann dann im Herbst noch einen dichten Bestand entwickeln. Im dritten und im vierten Jahr wird es voll genutzt und erst im Spätsommer des fünften Jahres wird es umgebrochen um Wintergetreide einzusäen.
Das einzige Problem, das sich für mich durch die Untersaaten ergibt ist, dass der Weissklee bis zur Getreideernte bereits einen dichten, ca. 20-30 cm hohen Bestand gebildet hat. Um Probleme beim Mähdrusch zu vermeiden und einen Eintrag von Feuchtigkeit in das Erntegut zu verhindern, muss der Mähdrescher auf einer Höhe von ca. 30 cm mähen. Dadurch hat man natürlich eine wesentlich geringe Strohmenge zur Verfügung. Da ich aber auch viel Stroh für die eigene Tierhaltung benötige, bin ich mittlerweile dazu übergegangen, als erstes das Stroh abzufahren und danach das Stoppelfeld zu mähen. Dieses Schnittgut lasse ich dann auf den Feld trocknen und nutze es dann ebenfalls als Stroh. Diese Verfahrensweise hat aber auch den Vorteil, dass ich eventuell vorhandenes Unkraut und die Stoppeln sauber abmähen kann. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, das ich dann bereits Mitte September einen Schnitt abfahren kann, bei gutem Witterungsverlauf sogar noch eine Heuernte erziele. Besser wäre aber wahrscheinlich ein Silageschnitt, aber ich bin kein Freund der Silagefütterung mehr.
Meine Mischung:Diese Mischung habe ich in den letzten 10 Jahren erarbeitet und sie hat sich als Untersaat bewährt
Die Luzerne wird auch als die Königin der Futterpflanzen bezeichnet, meiner Meinung nach nicht nur eine Königin in Bezug auf ihren Futterwert, sondern auch für den Boden. Die Luzerne hat eine tiefreichende Pfahlwurzel die in trockenen Jahren Feuchtigkeit auch aus grösserer Tiefe holen kann, das hat mir schon in mehreren Jahren den Futterertrag gesichert. Durch ihr kräftiges Wurzelwachstum stabilisiert sie das Bodengefüge und holt Nährstoffe auch aus grosseren Tiefen wieder nach oben. In günstigen Jahren ist das Wachstum der Luzern wirklich erstaunlich. Allerdings muss man beim Umbrauch des Ackerfutterbestandes sorgfältig arbeiten, den die Luzerne kann nach mehrjähriger Vegetationszeit daumendicke Wurzeln ausbilden die so zäh wie Presschnüre sind. Da hatte ich selbst mit dem Pflug auf unseren mittleren Böden Probleme sie zu durchtrennen. Die Luzerne wird von den Rindern sehr gerne gefresse, wenn es mal Grünfutter mit weniger Luzerne gibt, geht die Futteraufnahme sofort zurrück. Selbst wenn die Stängel bereits verholzt sind, werden sie trotzdem noch gerne gefressen.
Da ich diese Mischung im Wintergetreide mit aussäe, kann ich noch 5 kg/ha Senf mit einsäen. Er dient als schnell auflaufende, abfrierende Deckfrucht. Er bewirkt eine schnellere und bessere Bodenbedeckung und nimmt noch einen Teil der verfügbaren Nährstoffe auf, verhindert somit ein Auswaschen. Durch die bessere Bodenbedeckung wird auch die Unkrautkeimung im Herbst etwas unterdrückt. Des weiteren säe ich noch Leindotter (Calena, 4 kg/ha) mit ein, er läuft auch sehr schnell auf, friert bei zeitiger Saat nicht ganz ab und bringt dadurch noch einen gewissen Ertrag zusammen mit der Getreideernte.
Schlussfolgerung:Weil ich mein Ackerfutter mit dem Wintergetreide aussäe, habe ich im zweiten Jahr eine zweifache Ernte (Getreide + Gras) und ab dem dritten Jahr bereits eine volle Nutzung, weil die Futterplanzen da bereits seit eineinhalb Jahren auf dem Feld stehen, sehr dicht gewachsen sind und ein tiefreichendes Wurzelwachstum haben.
© 2004 - 2012 Albert Brandmair |